Warum Menschen überhaupt pilgern gehen.
Laub raschelt, Kiesel knirschen, Hummeln brummen. Frische Luft strömt durch den Körper und macht ihn rein, als ob Staub gewischt wird. Pilgern gibt Raum für Sehnsucht: Ankommen im Hier und Jetzt, Zufriedenheit spüren, Glück atmen.
Es ist einfach: Rucksack packen, Route wählen, fertig los! Die Begierde nach der Natur, dem Luxus der Langsamkeit und dem Zeit-für-sich-haben - machen Pilgern populär. Sehr beliebt war es bereits im Mittelalter, als Menschen für ihr Seelenheil oder aus Dankbarkeit nach Rom oder Jerusalem loszogen.
Der Mensch ist im 21. Jahrhundert so beweglich wie niemals zuvor. Doch sind die eigenen Füße als alleiniges Fortbewegungsmittel seit vielen hundert Jahren in den Hintergrund gerückt.
Dabei ging etwas verloren, was man Gleichmäßigkeit nennt. Beim ausdauernden Gehen stellt sich irgendwann ein guter Rhythmus ein. Das kennt jeder, der mal eine kleine Wanderung gemacht hat. Schritt für Schritt; dann passiert es: Gedanken driften weg, der Kopf wird frei. Endlich hat der Alltag eine Pause.